Ein Wochenende in drei Akten I
Das Wochenende im Überblick
Anreise
Es versprach ein anstrengendes Wochenende zu werden.
Wir trafen uns am Freitag Mittag um uns auf den Weg nach Meißen zu machen. Wir heißt in diesem Fall Midori, Moritz, Mauro und meine Wenigkeit. Nach gefühlten 17 Stunden auf der Autobahn und im Stau kamen wir auch dort an und trafen noch Manfred, Beate und Konny die mit Mannis Bumscontainer Wohnmobil angereist waren.
Quartier
Nach einem gemeinsamen Abendessen beim örtlich ansässigen Chinesen bezogen wir Quartier. In unserem Fall bedeutete das, dass wir im Keller des Dojo-Leiters des Karatevereins Sei-Wa-Kei Meißen nächtigten. Der Keller ist zu (s)einem Privatdojo umgebaut, sehr groß, komplett mit Wettkampfmatten ausgelegt und mit sehr vielen Spiegeln.
An dieser Stelle noch mal ein herzliches Dankeschön, für die Möglichkeit der Unterbringung und die super Organisation des gesamten Wochenendes.
Frühstück
Am Samstagmorgen machten wir uns dann auf den Weg in die Innenstadt. Dort wollten wir uns zum Frühstück treffen. Das mit dem Treffen hat auch geklappt, das mit dem Frühstück weniger. So irrten wir durch die Altstadt und fanden einfach keine Möglichkeit um gemeinsam zu frühstücken. Und dabei bietet Meißen ja schon was für´s Auge, die Burg und die sehr schöne Altstadt. Letztlich landeten wir in einem Café, wo es dann Kuchen gab.
Warm-up
Als wir dann an der Halle ankamen, wurde bereits die erste Gruppe geprüft. Wir, die Freisinger zum 1. Dan, waren in der dritten Gruppe dran. So nutzten wir die Möglichkeit und sahen uns noch die Prüfung der ersten Gruppe bis zum Ende an. Als dann die zweite Gruppe an den Start ging, begaben wir uns in die Umkleide und anschließend in die Nachbarhalle zum Aufwärmen. Langsam stieg die Nervosität und auch ein wenig “Lampenfieber” wenn man es so nennen kann. Es galt nun, den Körper auf Temperatur zu bringen und diese dann auch zu halten um nicht schon vor der Prüfung wieder abzukühlen.
Prüfung
Schließlich war es dann so weit. Zu fünft standen wir als Dan-Anwärter einem Prüferkommitee gegenüber, dem wir uns zu beweisen hatten. Nachdem ich mit den ersten Techniken angefangen hatte, verzog sich auch die Anspannung und Nervosität.Bei meinen Partnerübungen stand mir Moritz als Partner zur Seite, kein schlechter Gedanke, diese mit einem erfahrenen Karateka zu demonstrieren. Vereinzelt mussten Prüflinge Aufgaben wiederholen, allerdings wurde ich nicht zu einer Wiederholung aufgefordert, was mich ein wenig irritierte, da ich ganz sicherlich nicht 100% fehlerfrei bin.
Nach dem kompletten Prüfungsprogramm beraten sich die drei Prüfer. Bei den beiden Gruppen zuvor ging das relativ fix und die Ergebnisse wurden bekanntgegeben. Bei uns dauerte das irgendwie länger. Anfangs konnte man noch verstehen, was und worüber gesprochen wurde, allerdings wurde dann das Gemurmel im Publikum so laut, dass wir kein Wort mehr verstanden.
Tatsächlich standen und warteten wir eine halbe Stunde auf das Ergebnis, alle hatten bestanden.
Später erfuhr ich vom Trainer der beiden Berliner Prüflinge unserer Gruppe, über wen da heftigst diskutiert wurde. Ich sag jetzt einfach mal, glücklicherweise nicht um mich.
Während sich meine Kollegen umzogen um dann fluchtartig die Sportanlage zu verlassen, hielt ich mich warm, da ich für Moritz, er trat zum 2.Dan an, ebenfalls als Partner dabei war. Auch er bestand seine Prüfung.
Feier
Der schönste Moment war eigentlich die Dusche danach. Das kann wohl jeder bestätigen, der mal eine Prüfung oder einen Wettkampf erfolgreich absolviert hat.Ich blieb dann noch dort, denn in der Halle sollte am Abend auch die 10-Jahres Feier des Meißener Dojos stattfinden. Bei der Feier wurden dann die Urkunden vergeben.
Wir Freisinger, zwei Berliner und zwei Saarländer zogen dann noch weiter in die Meißener Innenstadt um sehr ausgelassen, die bestandene Prüfung zu feiern. Davon gibt es keine Fotos, was vielleicht auch besser so ist.Ihr könnt euch kaum vorstellen wie sehr ich mich freute in der Nacht in meinen Schlafsack zu kriechen.
The Day after
Am Sonntagmorgen hieß es dann wieder früh aufstehen, denn von 9 bis 12 Uhr war noch einmal Lehrgang angesetzt. Mein erstes Training als Schwarzgurt. Ihr könnt ja jetzt denken was ihr wollt, aber es ist ein ganz neues Gefühl. Apropos Gefühl: Gefühlt habe ich am Sonntag einfach alles, vom Hals abwärts bis hinunter zu den Knien, und irgendeinen Körperteil davon zu bewegen erforderte eine Menge Selbstüberwindung.Nach dem Lehrgang machten wir uns dann wieder auf den Heimweg, um dann am frühen Abend wieder im Münchener Raum zu sein.
Und am meisten habe ich mich auf mein Bett gefreut …
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