Lieber stehlen als Bildr linken
Die Abmahnung Marios ist und bleibt natürlich aktuell und beschäftigt mich nach wie vor.
Interessant ist nun, dass Yahoo! denen ja flickr gehört, schon ein wenig in die Schlagzeilen der Bloggerwelt geraten ist und das Social Networks und web2.0 nun hinterfragt werden.
Und nicht nur das, denn das Abmahnverhalten von Anwälten ist ja nach wie vor präsent und einige der Blogger machen sich nun Gedanken, was es zu ändern gilt. Schließlich, und da gebe ich allen Recht, die das sagten, werden mit Spenden und Spendenaufrufen nur die Symptome, aber nicht die Ursachen bekämpft. Der Sieger ist und bleibt der Anwalt. Ich muss da mal kurz abschweifen: Wie makaber ist es eigentlich dass Mario alles bis zum 4. Oktober 2006 unterschrieben und erledigt haben sollte und als er dann anruft, muss er in Erfahrung bringen, dass die Tippse Sekretärin von zu Hause arbeitet, weil der Herr Anwalt im Urlaub ist???
In einer stillen Minute bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass eigentlich jede Abmahnung gerechtfertigt ist. Ich glaube was mich an diesen ganzen Abmahnungen so wütend macht, und da geht es auch anderen so, sind die immensen Kosten die da mit dran hängen. Die stehen einfach in keiner Relation zu gar nichts.
Wer heute eine Abmahnung fängt, der kann sich eigentlich wünschen, er hätte im Supermarkt geklaut, die Strafe und die damit verbundenen Folgen dürften harmloser ausfallen, als eine Abmahnung zu kassieren.
Als ich heute mit Mario telefonierte kam mir ein Vergleich in den Sinn: Früher wenn man sich mal “uneinig” war, hat man sich gegenseitig in´s Gesicht gehauen. Hinterher war das dann erledigt. Niemand holte die Schwestern Brüder und niemand revanchierte sich zu einem späteren Zeitpunkt. Im Gegenteil, es kam auch vor, dass man hinterher bei einem gemeinsamen Bier gemeinsam vergaß.
Als ich begann im Internet zu surfen, anfangs chatten, später in Foren und die erste eigene Seite, haben wir noch lustig Bilder gelinkt und gepostet. Natürlich waren wir uns im Klaren darüber, dass das wohl hart an der Schmerzgrenze, wenn nicht sogar bereits dahinter war. Aber wie war das denn so “damals”? Im schlimmsten Fall erhielt man eine Mail oder einen Anruf, dass man aber bitte schleunigst diesen Zustand ändert, ansonsten Stress. Natürlich hat man das dann auch geändert und die Bilder off genommen. Fall erledigt.
Heute bedarf es das Eingreifen des Justizministeriums, welches die momentane Situation via Gesetzentwurf wieder in die Angeln heben kann.
Darauf bin ich aufmerksam geworden, als ich mich heute in die Situation von Mario Alka einlas. Ein ähnlicher Fall, der allerdings beim ersten lesen mächtig nach Abzocke stinkt. Interessant sind auf jeden Fall die Briefe, die an Frau Zypries (Bundesjustizministerin) gegangen sind und natürlich die entsprechenden Antworten (dort als pdf verlinkt).
Ein Ruck muss durch´s Land gehen, Politiker (leider viel zu oft Anwälte) müssen aufwachen und erkennen, dass ein neues, ein anderes Zeitalter angebrochen ist. Es geht mir nicht darum Urheberrechte mit Füßen zu treten, nein, ganz und gar nicht. Es geht mir darum, dass Relationen gewahrt werden.
In der Bloggerwelt gibt es momentan viele interessante Beiträge die alle mindestens einen Gedanken wert sind, egal ob sie vom Buntklicker (siehe Kommentare) oder von Andres Endl sind.
Wir sollten die momentane Situation nutzen und jetzt etwas tun. Wir sollten nicht warten bis die Wellen wieder glatt sind und dann morgen wieder über´s Fernsehprogramm bloggen. Und gerade jetzt, wo sich mein Beitrag dem Ende neigt, gehen mir die Lyrics von Rage against the machine nicht mehr aus dem Kopf
What better place than here
What better time than now !!!
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Gelesen: 1244 · heute: 2 · zuletzt: 6. May 2012

